Video komprimieren – so geht's

Videodateien sind groß, weil sie viele Bilder pro Sekunde speichern. Diese Anleitung zeigt, wie Sie sie verkleinern, was jede Einstellung bewirkt und wie Ihr Video dabei gut aussieht.

Aktualisiert am 18. Oktober 2026 · 3 Minuten Lesezeit

Warum Videodateien so groß sind

Ein Video ist eine Folge von Einzelbildern, meist 30 oder 60 pro Sekunde, plus Ton. Ein einziges unkomprimiertes 1080p-Bild umfasst etwa 6 MB, eine Sekunde also rund 180 MB. Jedes Video auf Ihrem Gerät ist daher bereits komprimiert, oft um den Faktor 100 oder mehr.

Wie groß ein komprimiertes Video am Ende ist, hängt vor allem von der Bitrate ab: der Datenmenge pro Sekunde. Handys und Kameras nehmen mit hohen Bitraten von typischerweise 15–50 Megabit pro Sekunde auf, um möglichst viele Details zu erfassen. Für die Bearbeitung ist das sinnvoll, zum Ansehen und Teilen aber viel mehr als nötig.

Die Dateigröße ergibt sich einfach so:

Dateigröße ≈ Bitrate × Dauer

Eine Minute bei 20 Mbit/s sind etwa 150 MB, dieselbe Minute bei 2 Mbit/s etwa 15 MB. Die Bitrate zu senken ist deshalb der Kern der Videokomprimierung.

Vier Wege, ein Video zu verkleinern

1. Bitrate senken

Ein Video mit niedrigerer Bitrate neu zu kodieren ist der direkteste Weg. Moderne Encoder investieren Daten dort, wo das Auge hinschaut, in Gesichter, Kanten und Text, und sparen in flächigen oder unscharfen Bereichen. Die Bitrate zu halbieren macht auf dem Handybildschirm oft keinen sichtbaren Unterschied.

2. Auflösung senken

Die Auflösung ist die Pixelzahl pro Bild. Von 1080p (1920 × 1080) auf 720p (1280 × 720) halbiert sich die Pixelzahl mehr als. Für Videos auf Handy und Laptop wirkt 720p meist scharf.

3. Bildrate senken

Spiel- und Bildschirmaufnahmen laufen oft mit 60 Bildern pro Sekunde. Die meisten anderen Videos wirken mit 30 völlig flüssig. Die Halbierung macht Daten für die verbleibenden Bilder frei. Erhöhen Sie die Bildrate nie, das vergrößert die Datei ohne flüssigere Bewegung.

4. Kürzen, was Sie nicht brauchen

Jede entfernte Sekunde muss nicht gespeichert werden. Den langsamen Anfang und das Ende einer Aufnahme abzuschneiden ist oft der einfachste Gewinn, gerade wenn ein strenges Limit wie 25 MB eingehalten werden muss.

Video im Browser komprimieren – Schritt für Schritt

Am schnellsten geht es auf jedem Gerät mit einem Browser-Kompressor, der Ihre Datei nicht hochlädt:

  1. Öffnen Sie Video komprimieren.
  2. Tippen Sie auf Videos auswählen oder ziehen Sie die Datei auf die Seite. MP4, MOV, WebM, MKV, AVI und weitere Formate funktionieren.
  3. Wählen Sie die Komprimierung:
    • Empfohlen für große Einsparung bei kaum sichtbarem Unterschied.
    • Zielgröße für eine genaue Anzahl Megabyte.
    • Voreinstellungen für WhatsApp, E-Mail, Discord und Telegram.
  4. Öffnen Sie bei Bedarf die erweiterten Einstellungen für Auflösung, Bildrate oder Tonqualität.
  5. Tippen Sie auf Video komprimieren, warten Sie und laden Sie das MP4 herunter.

Die Arbeit erledigt Ihr eigenes Gerät, wo möglich mit seinem Hardware-Video-Encoder, private Videos verlassen es also nie.

Auf eine genaue Größe komprimieren

Hat eine Website oder App ein festes Limit, nutzen Sie Zielgröße. Die Bitrate wird für Sie berechnet:

Bitrate (kbit/s) = Größe in MB × 8.192 ÷ Dauer in Sekunden − Ton-Bitrate

Beispiel: 20 MB für ein 60-Sekunden-Video ergeben insgesamt etwa 2.700 kbit/s, genug für scharfes 720p. Dieselben 20 MB für 5 Minuten ergeben nur etwa 500 kbit/s, deshalb senkt der Kompressor automatisch die Auflösung, damit das Bild sauber bleibt. Fertige Ziele: WhatsApp und E-Mail.

Wie klein kann ein Video werden?

Videolänge Größe für scharfes 1080p Größe für scharfes 720p Größe für 480p
30 Sekunden ca. 12 MB ca. 6 MB ca. 3 MB
1 Minute ca. 24 MB ca. 12 MB ca. 6 MB
5 Minuten ca. 120 MB ca. 60 MB ca. 30 MB

Typische Werte für Alltagsaufnahmen mit 30 fps. Schnelle Action, Körnung oder Rauschen brauchen mehr Daten, Gesprächsaufnahmen und Bildschirmvideos weniger.

Häufige Fehler

  • Video zippen. Ein Video in eine ZIP-Datei zu packen ändert die Größe kaum, denn das Video ist bereits komprimiert.
  • Komprimierte Kopie nochmals komprimieren. Jede Runde kostet Details. Starten Sie immer mit dem Original.
  • 4K für kleine Bildschirme behalten. Auf dem Handy oder im Chatfenster ist 4K verschenkt. Wählen Sie 1080p oder 720p.
  • Lange Videos zu stark quetschen. Ein 10-Minuten-Video in 10 MB sieht immer schlecht aus. Kürzen, aufteilen oder als Link teilen.

Kurz-Checkliste

  1. Anfang und Ende kürzen.
  2. Auflösung passend zum Bildschirm wählen.
  3. 30 fps nutzen, außer bei schneller Action.
  4. „Empfohlen“ wählen oder eine Zielgröße, wenn es ein Limit gibt.
  5. Ergebnis ansehen, bevor Sie es verschicken.